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Jetzt bleiben auch die Berufsschulen vom Bildungsstreit nicht verschont

Die Querelen gehen weiter. Nachdem im Vorjahr die Zentralmatura des BIFI in Mathematik ins Visier der Kritik geraten ist, macht nun das BIFI auch vor den Berufsschulen nicht halt. Konkret geht es darum, dass viele Berufsschüler im Fach Rechnungswesen schlechte bis „Nicht Genügende“ Leistungen aufweisen. Diesmal sorgt der Schwierigkeitsgrad der Schularbeiten in Rechnungswesen an der BS Linz7 für Aufregung, welcher von einem Großteil der befragten SchülerINNEN als zu hoch eingestuft wurde. Aufgrund der hohen Anzahl an „Nicht Genügend“ will man im Bildungsministerium die Aufgaben besser auf das allgemeine Mathe-Niveau heimischer Berufsschüler abstimmen.
Erste konkrete Pläne wurden erst gestern bekannt. Demnach sollen im Fach Rechnungswesen, in der „Normgruppe“, den SchülerINNEn weniger anspruchsvolle Beispiele gegeben werden.

Malen nach Zahlen
Statt komplizierter Beispiele, welche oft sogar verwirrende Buchstaben enthielten, setzt man nun auf Aufgaben aus einer fortlaufenden Folge von natürlichen Zahlen, welche mit einem Bleistift verbunden werden müssen und richtig gelöst ein nettes Bildchen ergeben. Besonders talentierte Schüler können diese Bilder dann auch mit Buntstiften ausmalen, und so das Gesamtergebnis nochmals verbessern und auf eine Aufstufung in die „vertiefte Gruppe“ hoffen
Bei einem ersten Test an einer Wiener Berufsschule konnte die neue Schularbeit allerdings immer noch nicht überzeugen: „Bei der Prüfung musste ich einen Schneemann und sogar ein Pony nachzeichnen. Das haben wir in der Vorbereitung nie geübt. Mich hat’s sicher durchprackt – und das obwohl ich wochenlang mit meiner 4-jährigen Schwester gelernt hab!“, schildert Jessica R. (18) aus Wien beim Interview unter Tränen.

Hickhack um Bildungspolitik
Die Opposition ortet besonders im Bereich Mathematik ein Totalversagen des Bildungssystems. „Das Niveau ist erschreckend. Jeder zweite Schüler in der Unterstufe kann keine Bruchrechnung. Ich persönlich glaube, es sind noch viel mehr, mindestens jeder dritte oder sogar jeder vierte!“, schlägt ein Parlamentarier Alarm.

„Schauen Sie, die Statistik beweist doch, dass 5 von 4 Österreichern generell Probleme mit Mathematik haben. Das ist immerhin fast mehr als ein Drittel! Wenn man das Ganze vor diesem Hintergrund betrachtet, schauen die Schularbeitsergebnisse schon nicht mehr so schlecht aus“, lässt ein Sprecher aus dem Büro der Bildungsministerin wissen.
Reformbedarf sieht man im Ministerium somit nicht: „Wir gehen hier lieber den bewährten österreichischen Weg und senken das Niveau so lange ab, bis selbst ein Goldhamster bestehen würde. Das feiern wir dann als großen bildungspolitischen Erfolg.“

(Alexander Lueger. Foto: Montage) Aus der Tagespresse entnommen und adaptiert [rw]

Quelle: dietagespresse.com/zu-hohe-durchfallquote-bifie-will-mathe-matura-mit-malen-nach-zahlen-aufgaben-vereinfachen/

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